Ein 22-jähriger Enkel schmollt wochenlang wegen eines Geburtstagsgeschenks an die Cousine: der wahre Grund dahinter überrascht selbst Psychologen

La rivalità tra fratelli non scompare automaticamente con l’età. Eifersucht zwischen erwachsenen Enkeln gegenüber der Großmutter ist ein Phänomen, das viele Familien kennen – auch wenn darüber selten offen gesprochen wird. Ein junger Mann von 22 Jahren, der schmollt, weil die Oma der Cousine ein Geburtstagsgeschenk gebracht hat, wirkt auf den ersten Blick überraschend. Doch hinter diesem Verhalten steckt oft weit mehr als bloße Unreife.

Wenn Aufmerksamkeit zum Streitobjekt wird

Stell dir folgende Situation vor: Die Großmutter verbringt einen Nachmittag mit ihrer Enkelin, hilft ihr beim Umzug oder kauft ihr spontan etwas Schönes. Der 23-jährige Enkel erfährt davon – und zieht sich tagelang zurück, antwortet einsilbig auf Nachrichten oder macht eine spitze Bemerkung beim nächsten Familientreffen. Dieses Muster ist kein Einzelfall. Psychologen bezeichnen solche Reaktionen als Ausdruck unverarbeiteter Bindungsbedürfnisse, die sich auch im Erwachsenenalter weiterziehen können.

Die Beziehung zur Großmutter ist für viele Menschen emotional tief verwurzelt. Sie steht oft für bedingungslose Zuneigung, für einen sicheren Hafen außerhalb der Eltern-Kind-Dynamik. Genau deshalb kann es sich so schmerzhaft anfühlen, wenn dieser Hafen – gefühlt – mit anderen geteilt wird.

Was steckt hinter der Eifersucht eines Erwachsenen?

Es wäre zu einfach, das Verhalten als „kindisch“ abzutun. Eifersucht im jungen Erwachsenenalter hat häufig tiefere Wurzeln, die in der Kindheit liegen. War der Enkel früher das Lieblingskind der Großmutter – oder glaubt er zumindest, es gewesen zu sein? Hat er das Gefühl, dass sich die Familienkonstellationen verändert haben und er dabei an Bedeutung verloren hat?

Forschungen zur Geschwisterrivalität zeigen, dass Eifersucht nicht nur zwischen Kindern auftritt, sondern sich durch das gesamte Leben ziehen kann, besonders wenn die ursprünglichen emotionalen Wunden nie angesprochen wurden. Im Kontext von Großeltern-Enkel-Beziehungen kommt hinzu, dass die Großmutter oft als neutrale, liebevolle Figur idealisiert wird. Jede wahrgenommene Ungleichheit – ein längeres Telefonat hier, ein Besuch dort – wird durch diese Idealisierung verstärkt und trifft doppelt hart.

Typische Auslöser in der Praxis

  • Die Großmutter besucht ein anderes Enkelkind häufiger oder länger
  • Materielle Zuwendungen wirken ungleich verteilt – auch wenn das subjektiv wahrgenommen wird
  • Bei Familienfeiern schenkt die Oma einem anderen Enkel mehr Aufmerksamkeit
  • Ein Cousin oder eine Cousine wird als „Liebling“ positioniert – bewusst oder unbewusst

Was die Großmutter tun kann – ohne sich schuldig zu fühlen

Es ist wichtig, eines klar zu sagen: Eine Großmutter ist nicht dafür verantwortlich, Eifersucht zu heilen. Sie kann jedoch bewusst dazu beitragen, dass sich alle Enkelkinder gleich gesehen fühlen. Das bedeutet nicht, jeden Besuch mit einer Stoppuhr zu messen oder Geschenke akribisch auszugleichen. Es geht um etwas Subtileres.

Direkte, persönliche Gesten haben oft eine überraschend starke Wirkung. Ein kurzer Anruf nur für ihn, eine Frage nach seinem Studium, seiner Arbeit, seinen Plänen – das kann mehr bedeuten als jedes Geschenk. Erwachsene Enkel brauchen das Gefühl, als Individuen wahrgenommen zu werden, nicht als Teil einer Gruppe von Enkeln, die alle gleich behandelt werden.

Gleichzeitig darf die Großmutter offen ansprechen, was sie beobachtet – ruhig, ohne Vorwurf. Ein einfaches „Ich habe das Gefühl, dass dich etwas beschäftigt – möchtest du darüber sprechen?“ kann Türen öffnen, die ein schweigendes Weitermachen niemals öffnen würde.

Wenn das Gespräch nicht gelingt

Manchmal zieht sich der Enkel trotzdem zurück. Er antwortet nicht, blockt das Thema ab oder wird aggressiv. In solchen Momenten ist es entscheidend, Grenzen zu setzen – aus Liebe, nicht aus Kälte. Eine Großmutter, die sich dauerhaft unter Druck gesetzt fühlt, gleichmäßig Aufmerksamkeit zu verteilen, verliert die Freude an der Beziehung. Das schadet am Ende beiden.

Hast du als Erwachsener schon mal die Oma um Aufmerksamkeit beneidet?
Ja und es war intensiv
Ja aber nur kurz
Nie bewusst bemerkt
Nein absolut nicht

Wenn das Verhalten des Enkels regelmäßig zu Konflikten führt oder andere Familienmitglieder belastet, kann eine familientherapeutische Begleitung sinnvoll sein. Das ist kein Zeichen des Scheiterns, sondern ein Zeichen dafür, dass die Beziehung es wert ist, an ihr zu arbeiten.

Was Eltern in dieser Situation beitragen können

  • Dem erwachsenen Kind zuhören, ohne die Großmutter sofort zu verteidigen
  • Vergangene Ungleichgewichte in der Familie ehrlich reflektieren
  • Brücken bauen, statt Partei zu ergreifen

Eifersucht unter Erwachsenen in der Familie ist kein Tabuthema – sie ist ein menschliches Signal, das zeigt, wie sehr Zugehörigkeit und emotionale Anerkennung zählen. Wer das versteht, kann aus einem schwelenden Konflikt eine Gelegenheit machen, Beziehungen ehrlicher und tiefer zu gestalten als je zuvor.

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